Kassel 2011

Lust auf Zukunft?- Willkommen auf Neuland! So lautete das Motto des Unitariertages 2011 in Kassel. Und wie die fast 250 Unitarier und Freunde Lust auf Zukunft hatten! Am Samstag startete die Expedition in eine (immer wieder) neue freigeistige Welt. Höhepunkte waren die Feierstunden von D. Kaufmann und die Dschungelbuch-Aufführung des BduJ´s. Die bunte Mischung des gesamten Programms hielt für alle etwas bereit. Und so soll die Vielfalt des Unitariertages in Kassel noch einmal beleuchtet werden. Die nicht dabei sein konnten, bekommen einen Eindruck und alle Anwesenden können zurückblicken und sich erinnern.

Willkommen auf Neuland!

Qigong Ein Erlebnisbericht von Ute Urban

Die Qigong Arbeitsgruppe war keine klassische unitarische Arbeitsgruppe, aber deshalb hat es mich gereizt, mich eher durch Bewegung anregen zu lassen. Dietlind Zimmermann führte uns in die Denkweise des Qigong ein und durch Bewegungen wurden Muskeln und Geist gelockert. Sonst wurde von Wiebke Münsterberg bei Unitariertagen morgens ein kurzes Tai-Chi-Angebot gemacht, diesmal war es eine ausführlichere Einführung in die chinesische Denkweise und erforderte zudem kein früheres Aufstehen. Ich versuche es mal zusammenzufassen: Es geht um Qi, die sowohl bewegende als auch vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt, die auch durch unseren Körper fließt und die wir uns nutzbar machen können. In der chinesischen Sprache hat Qi die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum. „Gong“ bedeutet im Chinesischen „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit kann man Qigong übersetzen als „Fähigkeit oder Können, mit Qi umzugehen, es zu nutzen“. Am besten hat mir das Ausklopfen gefallen, bei sich selbst oder auch beim Partner. Dabei klopft man den Körper vom Kopf bis in die Beine ab und stellt sich dabei vor, den ganzen Staub und die Ablagerungen nach unten abzugeben. Jedes Mal nach dem Unitariertag würde ich gerne Tai-Chi oder Qi-Gong weitermachen, aber im Alltag nehme ich mir dafür keine Zeit.

Soziale Netzwerke

Mein Mann und ich gehören zu der Generation, die nicht mit Internet aufgewachsen sind, die es auch nicht mehr beruflich brauchen. Und so sind/ waren uns die sogenannten „sozialen Netzwerke“ – vielleicht aus Unkenntnis – eher suspekt. Aber sie sind in aller Munde, und es interessierte uns schon, wie das eigentlich so geht mit Facebook, Twitter & Co.; und so kam uns dieses Arbeitskreis-Angebot beim UT gerade recht. Zum angekündigten Termin glaubten wir zunächst, wegen der geringen Teilnehmerzahl unwissende Exoten zu sein, und alle anderen wüssten darüber Bescheid. Aber genau für Leute wie uns stellte Wigmar Bressel erstmal diese Netzwerke und ihr Prinzip vor, gut verständlich an der großen Bildschirm- Leinwand. Wir waren erleichtert! Und die Zuschauerplätze füllten sich zwischenzeitlich immer mehr, bis noch Stühle hinzugesetzt werden mussten. Siehe da, das Interesse wurde immer größer. „Ich guck da mal rein“ – so ähnlich, nur in vervielfachter Dimension – läuft es dann wohl auch im „Netz“! Ich schätze, in etwa die Hälfte der Zuhörer waren vorher ganz unbedarft, so wie wir, die andere Hälfte hatte schon Erfahrung mit mindestens einem dieser Netzwerke. Manche notgedrungen von Berufs wegen, manche schon seit Schüler-/ Jugendzeiten, andere aus Überzeugung für sich selbst oder weil sie, auch zum Schutz ihrer Kinder, Bescheid wissen wollen, „was da abgeht“. Die Gründe sind vielfältig und vielschichtig, wie die Resonanz aus dem Publikum ergab. Der Vortrag machte klar, wie sehr man sich der Öffentlichkeit preisgibt, wenn man dort „ungefiltert“ mitmacht, zeigte aber auch Möglichkeiten auf, dies einzuschränken. Es gibt sie, die Sicherheitseinstellungen zur Privatsphäre, und sie sollten genutzt werden! Aber man muss sie (er)kennen und in mehreren Schritten bewusst setzen; sonst lauern auch viele Gefahren in diesem Medium. Mir schien, dass hier auch einige der zuhörenden „Nutzer“ ihnen bisher nicht bekannte Details erfuhren. Für uns war es jedenfalls ein sehr informativer und interessanter Einblick in die modernen Netzwerke. Ob und wie man sich diesen anschließen will oder muss, möge verantwortungsvoll jeder für sich entscheiden.

Gesprächsinseln im Meer der Gedanken Wiebke Münsterberg

Ich habe versucht, aus den auf den Flipcharts gegebenen Aussagen/Ideen, das Wesentliche herauszufinden und zu dokumentieren.

Neuland betreten bedeutet Arbeit, erfordert Risikobereitschaft und Mut und aktives Handeln, nicht nur Reden. Utopia als Nichtort kann uns eine Richtung anzeigen.

Splitter zur Symbolik der Flamme: 1. Spiegeln sich unsere Ideen, unser Glaube wirklich in der Flamme wider? Ich denke nicht! 2. Eine Flamme als Symbol öffnet uns weltweit Tür und Tor in die Zukunft. Nein, das stellt uns nur in den internationalen Zusammenhang. Wollen wir das? Ja, natürlich wollen wir das. Etwas Internationalität kann nicht schaden.

Spirituell? Religiös? Mir fehlt das Spirituelle bei den Unitariern. Spirituelle, religiöse Gefühle miteinander erleben ist noch erweiterbar … Es scheint bei vielen Unitariern doch eine Sehnsucht danach zu geben. Das spirituelle Bedürfnis ist so stark wie das nach Essen und Trinken. Wie weit beziehen die Unitarier die Natur als spirituelles Erlebnis mit ein? Wie „religiös“ sind wir eigentlich? „Wann redet Ihr eigentlich mal über Gott?“, fragt eine Nicht-Unitarierin. Immer! Das Göttliche, das All-Eine ist in jedem Gespräch.

Rituale begleiten uns so oder so das ganze Leben. Nutzen wir die positive Kraft. Rituale sprechen eine emotionale Ebene an, sie können trösten. Rituale verbinden alle, sowohl Kinder als auch Erwachsene. Rituale sind notwendig, können Halt geben und Sicherheit. Rituale sind etwas Menschliches und nicht zwangsläufig mit Kirche verbunden. 2. Sie erinnern mich zu sehr an Kirche, z. B. das internationale Kerzenritual. Mag das nicht. Rituale sind schwer einzuführen bei uns. Rituale sind Selbstzweck, brauchen wir nicht, sind Hilfen, ein Ziel zu erreichen, insofern austauschbar.

Offenheit Warum sagen wir eigentlich nicht alles, was wir wollen? Aus Angst, hinterfragt zu werden, und der Möglichkeit keine Erklärung zu finden. Cliquenbildung bedeutet Ausgrenzung anderer. Dialogbereitschaft signalisieren, auf andere zugehen. Schweigen kann verletzend sein. Dialog mit anderen Religionen suchen und Gemeinsamkeiten finden.

Wo Trost finden? In mich hineinhorchen, mich des Göttlichen in mir vergewissern. Schmerz und Angst zulassen, mit anderen darüber sprechen, sich öffnen, um Erleichterung zu erhalten. Hinaus in die Natur gehen, radeln, die Wunder der Natur erspüren. Die Seele in ein rot und braunes Tuch einhüllen und wiegen. Trost bei Gleichgesinnten suchen.

Es gibt nur besetzte Begriffe, das schöne Beispiel: Liebe – und trotzdem sagen wir doch alle gern „ich liebe dich“ und darum bin ich für „Religion“. Weil so viele Begriffe wie Gott, Religion, Spiritualität, Glaube „besetzt“ sind, sollte man vor jeder Diskussion die Begriffe abklären, sonst redet man aneinander vorbei.

Gott ist Unitarier (also dürfen wir beruhigt über ihn reden) Gott ist Nähe, Gott ist Ferne Gott sind über dir die Sterne Und das tiefe, blaue Meer. Gott ist Werden und Vergehen, Herbstessturm und Frühlingswehen Und von Ewigkeiten her. Gott spricht auch durch dich zu mir, denn du bist in Gott – und Gott in dir! Besetzen wir die Begriffe doch neu in unserem Sinn

Herausforderung Versuch mal, eine Gewohnheit zu verändern. Herausforderung Neuland: Neues Symbol, neuer Name, neue Offenheit. Neue Organisationsform der Unitariertage: neue Orte mit weniger Komfort, mehr Eigenbeteiligung. Wagen, in gemischt religiöse Gruppen zu gehen, z. B. Religions for Peace, IARF, EUU/ICUU Meiner Erfahrung nach ist die größte Herauforderung, sich selber zu erkennen und sich den Mitmenschen zu offenbaren.

Projektwünsche 1. Jährlicher UT 2. Integration und weitere Bindung der Jugend nach der Jugendleite! 3. Intensive Belebung der Homepage! 4. Feste, regelmäßige Anlaufstellen, die auch von außen für Neue erkennbar sind. 5. Den neuen Weg gemeinsam weitergehen, auch wenn Eric nicht mehr da ist. 6. Mitarbeit möglichst vieler Unitarier bei der Kontaktaufnahme nach außen. (Neue Bundesländer) 7. Ermutigung zu mehr Offenheit für andere Lebensentwürfe und religiöse Bedürfnisse (Diversität nach innen – alte Dogmen ablegen, die Kontakt und Einladung an andere verhindern oder erschweren) 8. Mehr Toleranz und Akzeptanz 9. Risikobereitschaft zeigen 10. Mut zum Ansprechen von „Fremden“ (Kulturkreise, Hautfarbe) 11. Den Blickwinkel ändern 12. Leben ist Veränderung, Stillstand ist Stagnation

Arbeitskreis „Symbol-Erneuerung“ 

Unitarische Farben Grün steht für Natur und Hoffnung Blau/Gelb einfach schön: Sonne & Himmel, Meer & Goldschatz. Bunt wie die UT-Banner – Vielfalt Farbe wozu? Erkennungszeichen ist nicht Ausdruck von Inhalt. Farbe ist ein Symbol! Unitarisch bunt, aber nicht vermischt.

Vergangenheitsbearbeitung Unitarier waren die erste Gruppierung, die Vergangenheitsbewältigung betrieben hat. 1954 wurde mit dem „Deutschen Kulturwerk europäischen Geistes“ die Trennung von völkischen Gruppen vollzogen. 1988 wurde eine weitere Trennung von Mitgliedern vollzogen, die die Zusammenarbeit zwischen Unitariern und dem Deutschen Kulturwerk wieder voranbringen wollten. Wie würden sie „völkisch“ beschreiben? Negativ, rückwärtsgewandt, inakzeptabel. Vom Wort her: Zum Volk gehörig, von einem Volk her kommend. Im heutigen Sprachgebrauch ist es meistens negativ besetzt. Streiten erweitert Horizonte und setzt auch Grenzen. Selber ins Internet gehen und positiv über uns berichten. Positives lässt „alte Vorurteile“ verschwinden.

Lebenskrise Manchmal ist es schwer, die Kraft zu finden, um optimistisch zu sagen: „Es stellt Dich jeder Morgen …“ Abschied nehmen vollzieht sich in Phasen, und es braucht auch Raum und Zeit für die traurigen, schwachen Gefühle und Gedanken. Woher nehme ich die Energie für notwendige Veränderungen, die mir die Krise aufzwingt? Krisen bieten die Chance zu neuen Einsichten und neuen Wegen. Krisen sind nicht nur Abschied, sondern auch Wendepunkte (Stufen – Hesse)

Wie beurteilt ihr die Selbstdarstellung der Unitarier nach außen? Wir werden von Außenstehenden nicht verstanden. Mit einer stärkeren Hervorhebung, dass wir eine pantheistische Religionsgemeinschaft sind, hätten wir die große Chance, Mensch und Natur als eine Einheit darzustellen. Dies würde bedeuten, dass wir mit unserer Umwelt viel sensibler umgehen müssten und sie nicht nur als Objekt der Ausbeutung betrachten. Dafür ließen sich sicher viele Menschen begeistern. Aber, wer weiß genau, was Pantheismus ist und was wir darunter verstehen? Das lässt sich in zwei Sätzen sagen! (?)

Leere als Chance zum Füllen Mut, was Neues zu wagen und zu denken. Neues unitarisches Modell: Tauschringmodelle als neues Betätigungsfeld für Gemeinden, da kommt man evtl. ins Gespräch beim Einkaufen, Babysitten, Blumengießen, Räume vermieten.

Wohin geht die Reise? Die Reise geht immer weiter, weil das Leben die Reise ist. Neuland ist die Art, auf Unbekanntes zu reagieren und es zuzulassen. Neue Ideen und Formen ausprobieren und daraus lernen – Wegweiser für die Reise erstellen. Ethikunterricht an Schulen und Lebensleiten für homosexuelle Paare anbieten. „Marktlücken“ finden im nächsten Umkreis mit kleinen, konkreten Schritten. UT 2013 wo? Lust auf Norden: Hamburg Zurück in den Osten (Halle, Weimar, Frankfurt/Oder) Oder Berlin (Neuland) Donautal Eingebettet in ein Stadtviertel und nicht im Hotel!

Abendliche Kultur

Arbeitskreis „Zukunft des Ehrenamtes“ Edda Scharf und Jörg Last

Gemeinsinn und Individualität Der 93jährige, ehemalige Widerstandskämpfer Stéphane Hessel aus Paris und der halb so alte Philosoph und Publizist Richard David Precht diskutierten in einem ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 23 vom 1. Juni 2011) die zunehmende Orientierung ins Private und das wachsende Desinteresse an der Gemeinschaft. „Im Feudalismus war ‚Ehre‘ das wichtigste Wort, dann wurde ‚Besitzen‘ das wichtigste“, stellt Hessel fest, woraufhin Precht hinterfragt: „Mit welcher Haltung begegne ich dem Leben? Wie wichtig ist mir Besitz? Wie wichtig ist mir Freundschaft? Wie wichtig ist mir Engagement?“ „Der Eros ist das große Thema der Gesellschaft geworden“, sorgt sich Precht. „Heute ist die stärkste aller gesellschaftlichen Visionen die romantische Liebe. Aber die bedroht das Politische, weil sie ‚asozial‘ ist. Wir beide gegen den Rest der Welt. [ …] Meine Befürchtung ist: Eros schlägt Caritas [ …], dass sich eine Gesellschaft, die sich so stark auf das Individuelle oder das Zweisamkeitsglück konzentriert, kein zureichend offenes Ohr hat für das Leiden der anderen, der Fremden, der weit Entfernten.“ Diese Einführung eröffnete eine lebhafte Diskussionsrunde der rund zwanzig Teilnehmer im Arbeitskreis „Zukunft des Ehrenamtes“. Unsere Gesellschaft hat sich mit den letzten Generationen merklich verändert, Menschen leben nicht mehr in Großfamilien, es gibt mehr und mehr Singlehaushalte, Alleinerziehende, oder beide Partner müssen berufstätig und zuweilen bereit sein, weite Wege zum Arbeitsplatz auf sich zu nehmen. Hinzu kommt, dass ein gewisser Lebensstandard auch die entsprechenden finanziellen Mittel erfordert. Das hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Engagement. Wo ist da noch Zeit und Raum für ein Ehrenamt? Die Teilnehmer waren sich einig: das Engagement für das Gemeinwohl hat sich nicht überlebt! Menschen in Armut, alte Menschen, Alleinstehende, Migranten, Arbeitslose, Kinder, um die sich nicht ausreichend gekümmert wird – sie alle bedürfen unserer Hilfe. Staatliche Stellen oder professionelle Anbieter können diese allein nicht ausreichend geben. Doch was treibt freiwilliges Engagement, und wie kann ehrenamtliches Tun für die Gemeinschaft konkret gefördert werden? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Interessierte in die Tätigkeiten einzubinden? Die vielfältigen, eigenen Erfahrungen der Teilnehmer in unterschiedlichsten Ehrenämtern mündeten in den folgenden Hinweisen und Vorschlägen: Die Motivation der Ehrenamtlichen ist der zentrale Schlüssel. Voraussetzung ist das Selbstwertgefühl („ich kann das“) der Aktiven und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Auf Interessenten muss daher zugegangen werden und ihnen offen das Vertrauen ausgesprochen werden („ich traue dir diese Aufgabe zu!“). Individualisten engagieren sich, um persönliche Befriedigung – sie wollen an den Aufgaben „wachsen“ – und um gesellschaftliche Wertschätzung („Streicheleinheiten“) zu erfahren. Aktive müssen auch wieder „aussteigen“ können und Nachfolger die Aufgaben übernehmen und in eigener Art weiterführen. Ehrenamtliches Engagement strukturiert sich neu, dem muss Rechnung getragen werden. Langfristiges Engagement nimmt ab, die Zukunft liegt in eher kurzfristigen Projekten, deren Aufwand für die Aktiven überschaubar ist. Ziele der ehrenamtlichen Arbeit sollten konkret benannt werden. Aufgaben müssen hinreichend beschrieben werden, um sie erfüllbar zu machen. Hilfreich könnte es sein, einen Aufgaben- Pool zu schaffen, aus dem Interessierte sich ihre Aufgabe auswählen könnten. Erforderliche Ressourcen (Materialien) müssen bereitgestellt und vermeidbare Hindernisse (z. B. Bürokratie) im Vorfeld beseitigt sein. Ehrenamtliches Engagement muss sich zunehmend mit (kommerzieller) Professionalität messen lassen. Das „Ehrenhafte“ des Engagement muss erkennbar sein. Ehrenamtliche Organisationen müssen sich mehr nach außen öffnen, ja sogar die Öffentlichkeit suchen, um Aktive zu werben und ihr Tun sichtbar zu machen. Freiwillige Tätigkeiten dürfen nicht mit Geld belohnt werden, da sie dieses letztlich entwertet. Braucht es einen anderen, moderneren Begriff für „Ehrenamt“? Die hoch betagte Teilnehmerin Anneliese Müller berichtete ausführlich von ihrem eigenen Engagement. Sie hat 36 Jahre lang in einer Initiativgruppe zur Förderung von ausländischen Kindern und Familien gearbeitet. Noch heute spricht sie begeistert von dieser Tätigkeit, aber auch von den Problemen und Frustrationen, die sie erlebt hat. Viele langjährige Freundschaften, dazu ein Gefühl der Wertschätzung und die persönliche Gewissheit, einen wichtigen Beitrag zum besseren Miteinander geleistet zu haben, sind ihr der beste Beweis, dass sich ehrenamtliches Handeln lohnt. Der Arbeitskreis hat die Teilnehmer mit einer Reihe von Anregungen und neuen Gedanken versorgt. Eine „Lust auf Zukunft“ mit vielfältigem, freiwilligem Engagement war der überwiegenden Zahl der Beiträge zu entnehmen. Wir sind zuversichtlich, dass das Ehrenamt eine Zukunft hat und im individuellen Handeln, in den Organisationen und in der gesellschaftlichen Diskussion seinen Platz behaupten wird. Wir als Unitarier sind Teil dieses Wandlungsprozesses und müssen ihn verantwortungsbewusst mitgestalten – schon in unserem eigenen Interesse als zukunftszugewandte Laiengemeinschaft.