„Und die einzig ernst zu nehmende Wertbeschreibung sind meines Erachtens die Menschenrechte! Die hat aber kein Gott erklärt. Menschheit hat nach und nach dahin gefunden! Beweisbar im wissenschaftlichen Sinne sind sie auch nicht. Man muss schon daran glauben. Das ist Religion. Mein Gott – wenn ich den einen solchen benennen will, - ist der Esprit, der die Menschen beseelt, die sich im Großen Ganzen und im ganz Kleinen, im Alltag, jeder nach seinen Möglichkeiten, für die Menschenrechte einsetzen. Diesen Gott anzubeten nützt nichts. Er muss als Erfüllung eines Triumvirats aufgenommen werden in die individuelle, ganz persönliche Gemeinschaft aus Kopf und Herz, ohne dass eines der drei Priorität besäße. Aber das „Veto“ haben sie alle.

Bei diesem Glauben ist die Natur nicht ausdrücklich erwähnt. Sie ist eine Voraussetzung, denn ohne eine intakte Welt würden die allgemeinen Menschenrechte zu einer Bevorzugung von Privilegierten werden und damit zur Farce. Die intakte Welt ist ein Menschenrecht."

 

Aus dem Artikel von Mike M. "Mein Gott"  in  Unitarische Blätter 02/2017 – S.61